Städte und Orte

  1. Vaison La Romaine
  2. L’Isle-sur-la-Sorg
  3. Avignon
  4. Aix-en-Provence
  5. Marseille
  6. Baux-de-Provence
  7. Aven d’Orgnac
  8. Naturpark Camargue
  9. Nationalpark Calanques
  10. Rousillion
  11. Abbaye Notre-Dame de Sénanque

Vaison La Romaine

Marktzauber & Mittelalterträume

Vaison-la-Romaine ist einer dieser Orte, die sich anfühlen wie eine kleine Zeitreise – nur wärmer, sonniger und ein bisschen duftender. Wenn ihr durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlendert, weht euch der Duft von Lavendel, Thymian und frisch gebackenem Brot entgegen. Der Wochenmarkt, der jeden Dienstag und Freitag stattfindet, ist ein Fest für alle Sinne – und ehrlich gesagt, einer unserer liebsten in der ganzen Region.

Zwischen Olivenholzschalen, handgewebten Stoffen, Lavendelsäckchen und buntem Keramikgeschirr finden sich Stände mit sonnengereiften Tomaten, Ziegenkäse aus den Monts de Vaucluse, kandierten Früchten und dem typischen Nougat der Provence. Wer möchte, kann sich hier ein kleines Picknick zusammenstellen – mit einer noch warmen Fougasse, etwas Tapenade und vielleicht einer Flasche Rosé aus der Region.

Doch Vaison ist nicht nur Markt – es ist Geschichte zum Anfassen. Hoch über der Stadt thront die mittelalterliche Burg, die man kostenfrei besichtigen kann. Der Aufstieg lohnt sich: Von dort oben hat man einen weiten Blick über das grüne Ouvèze-Tal, über die roten Ziegeldächer der Stadt bis hin zu den ersten Hügelketten der Dentelles de Montmirail. Wenn der Mistral leise durch die Zypressen rauscht, kann man fast hören, wie die Geschichten vergangener Jahrhunderte flüstern.

Ob ihr euch einfach treiben lasst, in einem der kleinen Cafés verweilt oder auf den Spuren der Römer durch die antiken Ausgrabungen spaziert – Vaison lädt dazu ein, langsamer zu werden, zu genießen, zu entdecken.

Ein Ort, der sich einprägt. Und vielleicht auch einer, an dem ihr ein kleines Stück Provence mit nach Hause nehmt – in Form eines handgemachten Souvenirs, eines besonderen Geschmacks oder einfach nur als Erinnerung an einen duftenden, leuchtenden Tag.

Unser Tipp: Ein besonderes Highlight ist die hervorragende Eisdiele, Leone Artisan Glacier, die für ihre köstlichen Eissorten berühmt ist.

Parkmöglichkeit


L’Isle-sur-la-Sorg

Das kleine Venedig der Provence

Manchmal entdeckt man Orte, die wirken, als hätte jemand sie mit besonders viel Liebe gemalt – in zarten Aquarelltönen, mit Wasser, das glitzert, und Fenstern, die Geschichten erzählen. L’Isle-sur-la-Sorgue ist so ein Ort. Ein Städtchen voller Poesie, durchzogen von glasklaren Kanälen, über die sich Weiden neigen, und alten Wasserrädern, die sich gemächlich im Strom der Sorgue drehen.

An Sonntagen verwandelt sich der ganze Ort in ein lebendiges Freiluftmärchen. Der Wochenmarkt ist einer der größten und schönsten in der Region – ein Fest für alle, die das Echte lieben: saftige Aprikosen aus der Umgebung, aromatischer Honig von wilden Lavendelfeldern, handgemachte Seifen, antike Bilderrahmen, zerliebte Bücher, kunstvoll geflochtene Körbe und allerlei Fundstücke, bei denen man sich fragt, wer sie wohl schon alles in den Händen gehalten hat.

Zwischen Marktständen, Brücken und kleinen Boutiquen weht der Duft von Kaffee, Croissants und dem Holzofen eines Pizzabäckers, der nebenan Lavendelblüten in den Teig streut. Es lohnt sich, durch die Seitengässchen zu schlendern, eine Pause an der Uferpromenade einzulegen und dem ruhigen Murmeln des Wassers zu lauschen.

Wer genau hinsieht, entdeckt überall kleine Details: bunt bepflanzte Fensterbänke, kunstvolle Schilder, ein vergessenes Fahrrad, das mit Efeu überwuchert ist. Diese Stadt lädt dazu ein, den Moment auszukosten – und vielleicht ein ganz besonderes Erinnerungsstück zu finden, das euch später an diesen Sommertag erinnert.

Für uns ist L’Isle-sur-la-Sorgue ein Herzensort. Weil er zeigt, wie schön es sein kann, wenn Zeit keine Rolle spielt – nur der Augenblick, die Farben, die Stimmen, das Lächeln, das man mit nach Hause nimmt.

Parkmöglichkeit


Avignon

Stadt der Päpste, Plätze & Poesie

Avignon – allein der Name klingt schon wie ein Gedicht. Diese Stadt trägt Geschichte in jeder Fassade, jedem Pflasterstein, jedem Windhauch, der durch die engen Gassen zieht. Und doch fühlt sie sich kein bisschen verstaubt an – eher wie eine elegante Grande Dame, die schon viel gesehen hat und trotzdem mit leichtem Schritt durchs Leben tanzt.

Im Herzen der Altstadt erhebt sich der Papstpalast, mächtig und geheimnisvoll. Im 14. Jahrhundert war Avignon für einige Jahrzehnte das Zentrum der katholischen Welt – und der Palast, in dem einst neun Päpste residierten, ist bis heute ein Ort, an dem man staunt. Die schiere Größe, die verwinkelten Räume, Fresken, Kapellen, Innenhöfe – man spürt die Geschichte und die Kraft, die hier einst regierte. Kein Wunder, dass dieser Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Doch Avignon ist mehr als sein berühmtestes Bauwerk. Lasst euch treiben – durch kleine Boutiquen, über sonnenwarme Plätze, vorbei an Boule spielenden Herren, die mit einem Gläschen Pastis in der Hand das Leben feiern. Überall duftet es nach Kräutern, nach Espresso, nach frisch gebackenem Brot.

Setzt euch in eines der vielen Cafés, vielleicht auf den Place de l’Horloge, bestellt euch einen Café noisette oder ein Glas kühlen Weißwein, schaut dem bunten Treiben zu und genießt die süße Leichtigkeit, mit der sich der Tag hier entfaltet.

Und wenn am späten Nachmittag die Sonne die Stadt in ein warmes Gold taucht, lohnt sich ein Spaziergang hinauf zur Rocher des Doms, dem Stadtpark oberhalb des Papstpalasts. Von dort blickt ihr weit über die Rhône, über das grüne Umland – und auf die berühmte Pont d’Avignon, jene Brücke, auf der einst getanzt wurde. Vielleicht summt ihr dabei leise das Lied, das viele von uns seit Kindertagen kennen. 🎶

Für uns ist Avignon ein Ort voller Magie – ein bisschen weltentrückt, ein bisschen königlich, sehr französisch. Ein Ort, der zeigt, wie schön das Leben ist, wenn Geschichte und Gegenwart sich umarmen.

Parkmöglichkeiten


Aix-en-Provence

Eleganz, Licht & Lebensfreude

Aix – allein der Name klingt wie ein Versprechen: auf Sonne, Schönheit, Savoir-vivre. Diese Stadt ist ein Fest für alle, die sich gern treiben lassen, die das Leichte lieben, das Leise, das Feine.

Schon beim ersten Spaziergang durch die von Platanen gesäumten Boulevards spürt man: Aix ist nicht laut, sondern stilvoll lebendig. Die Straßen flirren im Licht, die Fassaden leuchten in warmem Ocker, und aus den Brunnen plätschert das Wasser, als hätte jemand den Klang des Südens eingefangen. Es sind über vierzig Brunnen, die der Stadt ihren Beinamen gegeben haben: „Stadt der tausend Brunnen“ – jeder davon ein kleines Kunstwerk, jeder mit seiner eigenen Geschichte.

Hier reiht sich eine hübsche Boutique an die nächste – mal modern, mal verträumt, mal ganz typisch provenzalisch. Zwischen Kunstgalerien, Buchhandlungen, Concept Stores und feinen Delikatessengeschäften verliert man rasch das Zeitgefühl – und gewinnt das Gefühl, angekommen zu sein.

In den schattigen Gassen duftet es nach Lavendel, Rosmarin und Seife aus Marseille. Auf dem Place Richelme lockt der tägliche Markt mit Ziegenkäse, Oliven, sonnengereiftem Gemüse und den berühmten Calissons d’Aix – kleine, mandelige Köstlichkeiten, die auf der Zunge zergehen wie ein süßer Kuss aus einer anderen Zeit.

Und dann ist da dieses Lebensgefühl. Diese Mischung aus Leichtigkeit und Eleganz, die über allem liegt. Ob bei einem Glas Rosé in einem der Cafés entlang des Cours Mirabeau oder beim Abendessen auf einer versteckten Terrasse unter Lichterketten und Sternen – in Aix ist jeder Moment ein bisschen schöner, ein bisschen weicher.

Für uns ist Aix ein Ort, an dem wir das südfranzösische Lebensgefühl ganz intensiv spüren. Ein Ort, an dem man das Leben nicht nur lebt, sondern genießt.

Vielleicht entdeckt ihr dort euer neues Lieblingsparfum. Oder einen Café, in den ihr euch verliebt. Oder einfach nur das gute Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Es gibt viele Parkhäuser in der Nähe des Zentrums


Marseille

Zwischen Gassen, Gischt & Gold

Marseille ist keine Stadt, die sich sofort umarmt. Sie ist eher wie das Meer, das sie umgibt – wild, lebendig, vielschichtig. Und genau darin liegt ihre Schönheit.

Als älteste Stadt Frankreichs – gegründet vor über 2.600 Jahren von den Griechen – trägt Marseille Geschichte in ihren Mauern und zugleich den Pulsschlag einer weltoffenen, modernen Metropole. Hier treffen sich Kulturen, Aromen, Sprachen – und verschmelzen zu etwas ganz Eigenem: einem unverwechselbaren mediterranen Lebensgefühl.

Im Herzen der Stadt liegt der Vieux-Port, der alte Hafen, an dem die Boote schaukeln und das Leben pulsiert. Fischer verkaufen dort morgens direkt vom Kutter ihren Fang, Möwen kreisen über den Masten, und der Geruch von Salz und frisch gegrilltem Fisch liegt in der Luft. Am späten Nachmittag taucht das Sonnenlicht das Wasser in flüssiges Gold, und auf den Terrassen der Bars klingt die Stadt wie ein sommerliches Lied.

Von dort lohnt sich der Weg hinauf zur Basilika Notre-Dame de la Garde, die wie eine schützende Wächterin hoch über der Stadt thront. Der Ausblick von dort oben ist atemberaubend: das tiefe Blau des Mittelmeers, die roten Dächer, das Gewirr der Altstadt – und in der Ferne die Felsen des Nationalparks Calanques, die sich wie in Zeitlupe ins Meer stürzen.

In den Gassen des Panier-Viertels, der ältesten Nachbarschaft Marseilles, pulsiert das kreative Herz der Stadt: Street Art, kleine Ateliers, versteckte Cafés – alles ist ein bisschen rauer, ein bisschen echter, ein bisschen rebellischer. Und gerade deshalb so faszinierend.

Die Küche Marseilles ist so vielfältig wie ihre Menschen. Von der berühmten Bouillabaisse über würzige Pastis-Aperitifs bis hin zu orientalisch inspirierten Gerichten spürt man, wie sehr das Meer und die Welt den Geschmack geprägt haben.

Für uns ist Marseille ein Ort der Kontraste – zwischen Alt und Neu, laut und leise, stolz und sanft. Eine Stadt, die nicht gefallen will, sondern einfach ist. Und gerade deshalb so unvergesslich.

Vielleicht nehmt ihr aus Marseille nicht nur schöne Bilder mit, sondern auch ein bisschen Mut – zum Leben, zum Entdecken, zum Anderssein.

Unser Tipp: Auch die marokkanische Küche ist ein Teil dieser Stadt. Daher empfehlen wir Euch mal bei Le Petit Amandier vorbei zu schauen.

Webseite: https://www.aupetitamandier.com/en/


Baux-de-Provence

Felsen, Geschichte & ein Hauch von Magie

Les Baux-de-Provence ist wie ein verwunschenes Gemälde, das in den Fels gehauen wurde. Hoch oben auf einem Kalksteinplateau gelegen, wirkt dieses Dorf, als hätte es sich dem Lauf der Zeit entzogen – und genau das macht seinen Zauber aus.

Schon der Weg hinauf ist ein Erlebnis: Kurven, Olivenhaine, steile Hänge – und dann plötzlich, wie aus dem Nichts, diese Kulisse: steinige Gassen, verwitterte Mauern, uralte Fassaden, die Geschichten flüstern. Und über allem thront die beeindruckende Burgruine, die einst den mächtigen Herren von Les Baux als Sitz diente. Von dort oben reicht der Blick weit über die Alpilles bis hin zur Camargue – bei klarem Wetter sogar bis zum Mittelmeer.

Es ist ein Ort, an dem man langsam geht. Weil jeder Winkel etwas zeigt, das man nicht übersehen möchte: ein alter Türklopfer, eine verwitterte Sonnenuhr, eine kunstvolle Holzlade in einer Galerie, in der moderne Kunst auf jahrhundertealte Wände trifft.

Les Baux ist zwar klein, aber voller Leben. In den Kunstgalerien blüht Kreativität, in den Cafés duftet es nach Lavendelhonig und Tarte aux Figues, und wer zur richtigen Zeit kommt, wird Teil des Festival des Arts – einem kulturellen Ereignis, das Musik, Theater und Licht in die Gassen trägt.

Nicht weit vom Dorf entfernt liegt die Carrières de Lumières, ein ehemaliger Steinbruch, der heute ein magischer Ort digitaler Kunst ist. Werke von Cézanne, van Gogh oder Monet tanzen dort als Projektionen über gigantische Wände – begleitet von Musik, Licht und Staunen. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie bewegend das sein kann.

Für uns ist Les Baux-de-Provence ein Ort der Stille und der Tiefe. Ein Platz, an dem Geschichte greifbar wird und Schönheit nicht laut sein muss.

Vielleicht sitzt ihr irgendwann auf einer der Steinbänke, die Sonne im Gesicht, den Wind der Alpilles im Haar – und denkt: Genau hier möchte ich kurz verweilen, bevor es weitergeht.

Unser Tipp: Verbindet den Trip mit einem Besuch bei Moulin CastelaS.


Aven d’Orgnac

Eine Reise ins Herz der Erde

Es gibt Orte, die nehmen einen mit in andere Welten – ganz ohne Flugzeug, ganz ohne Zeitverschiebung. Die Aven d’Orgnac ist so ein Ort. Hier, im wilden Süden der Ardèche, öffnet sich die Erde – und lässt uns eintauchen in eine Stille, die älter ist als alles, was wir kennen.

Schon beim ersten Schritt in die Tiefe spürt man: Das hier ist kein gewöhnlicher Ausflug. Es ist eher ein feierlicher Abstieg – hinein in das Gedächtnis unseres Planeten. Stalaktiten wie Orgelpfeifen, riesige Tropfsteinhallen, unterirdische Seen, in denen sich das Licht spiegelt wie in flüssigem Glas. Jeder Schritt offenbart eine neue Form, ein neues Wunder, gewachsen über Jahrtausende hinweg, Tropfen für Tropfen.

Die geführte Tour führt durch mehrere Ebenen der Höhle, vorbei an Formationen, die aussehen wie gefrorene Wasserfälle, versteinerte Wälder oder märchenhafte Kathedralen. Und obwohl man tief unter der Erde ist, fühlt es sich nie bedrückend an – eher andächtig, fast erhaben. Die Temperatur bleibt angenehm kühl, das Licht wird kunstvoll gesetzt, um die Naturkunstwerke ins rechte Licht zu rücken, ohne ihnen ihre Magie zu nehmen.

Was uns besonders berührt hat: die Stille. Kein Lärm, kein Handyempfang – nur Tropfen, die irgendwo in der Tiefe auf Stein fallen, leises Raunen, erstaunte Blicke. Es ist, als würde man mit jedem Schritt tiefer auch ein bisschen zu sich selbst finden.

Die Aven d’Orgnac gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist nicht nur ein geologisches Wunder, sondern auch ein Ort der Achtsamkeit. Hier spürt man, wie geduldig Natur sein kann – und wie klein wir manchmal sind im besten Sinne.

Für alle, die gern staunen, sich berühren lassen und bereit sind, die Welt auch mal von unten zu betrachten, ist dieser Ort ein ganz besonderes Erlebnis.

Und wer danach wieder ans Tageslicht tritt, sieht die Provence vielleicht mit neuen Augen – weiter, leuchtender, stiller.



Naturpark Camargue

Wo das Licht tanzt und die Stille Flügel hat


Die Camargue ist kein Ort, den man einfach besucht. Sie ist ein Gefühl – weit, still und irgendwie urzeitlich. Nur eine gute Stunde von Orange entfernt beginnt eine andere Welt: eine Landschaft aus Himmel, Wasser und Wind, voller Kontraste und voller Leben.

Zwischen silbrig schimmernden Lagunen, endlosen Salzebenen, wilden Sümpfen und dem offenen Meer leben Tiere, die so wirken, als hätte sie jemand direkt aus einem alten Mythos herbeigerufen: die berühmten weißen Camargue-Pferde, frei und stolz, mit wehender Mähne; die schwarzen Stiere, ruhig und kraftvoll in den Weiten der Weiden; und natürlich die Flamingos – rosa, elegant, fast unwirklich schön, wenn sie zu Hunderten durch die flachen Gewässer schreiten.

Wer früh morgens kommt, erlebt die Camargue in zartem Licht – Nebel liegt noch auf den Wiesen, Vogelrufe hallen durch die Stille, und die Welt scheint sich ein bisschen langsamer zu drehen. Es gibt zahlreiche gut ausgeschilderte Wander- und Radwege, die durch das Schutzgebiet führen – mal ganz nah am Wasser, mal über Holzstege durch das Schilf, mal direkt bis zum Meer.

Und wenn der Wind durch die weiten Ebenen streicht, versteht man, warum Künstler:innen, Dichter:innen und Naturliebhaber:innen seit Jahrhunderten diesem Ort verfallen sind. Hier spürt man die rohe, wilde Schönheit der Provence, fernab von Lavendelklischees – ungezähmt, salzig, ehrlich.

Vielleicht führt euch der Weg auch in das charmante Städtchen Saintes-Maries-de-la-Mer, das direkt am Mittelmeer liegt. Ein bisschen wildwest, ein bisschen mediterran, mit Fischerbooten im Hafen, weißen Häusern und Musik in der Luft. Hier kann man den Tag mit den Füßen im Sand, einem Glas Rosé in der Hand und der Sonne im Gesicht ausklingen lassen.

Für uns ist die Camargue ein Ort des Innehaltens. Ein Platz, an dem die Natur das Sagen hat und man einfach nur staunt – über das Licht, den Himmel, die Weite. Und vielleicht auch ein bisschen über sich selbst.


Nationalpark Calanques

Wo das Meer die Felsen küsst


Manche Orte wirken so schön, dass man kaum glauben kann, dass sie wirklich existieren. Die Calanques gehören dazu – ein zerklüftetes Wunder zwischen Marseille und Cassis, wo schroffe Kalksteinfelsen steil ins türkisfarbene Meer stürzen und stille Buchten wie sorgsam gehütete Geheimnisse in den Felsen liegen.

Der Nationalpark Calanques ist wild und zärtlich zugleich – ein Ort, an dem das Licht tanzt, das Wasser flüstert und der Wind Geschichten erzählt. Es ist eine Landschaft, die von Kontrasten lebt: weißer Stein und tiefblaues Meer, steile Klippen und sanfte Wellen, karge Weite und üppiges Leben.

Die schmalen Wanderpfade, die sich entlang der Küste und durch duftende Pinienwälder ziehen, sind oft steinig – aber jede Anstrengung wird belohnt. Denn plötzlich steht man oben auf einem Felsen und blickt hinunter auf eine der Buchten: Calanque d’En-Vau, Port-Pin oder Sugiton – mit ihrem kristallklaren Wasser, in dem sich Himmel und Erde spiegeln. Unten baden ein paar mutige Schwimmer:innen oder gleiten lautlos Kajaks über das Meer.

Wer den Weg nicht zu Fuß gehen möchte, kann sich auch auf einem Boot von Cassis aus durch das Naturwunder treiben lassen. Vom Wasser aus wirken die Felswände noch mächtiger, die Höhlen geheimnisvoller, die Landschaft fast unwirklich schön.

Die Calanques sind ein Rückzugsort für viele seltene Tiere und Pflanzen – geschützt, wild, unberührt. Manchmal sieht man einen Fischreiher, hört das Kreischen der Möwen oder entdeckt Eidechsen, die sich auf den heißen Steinen sonnen. Und mittendrin: absolute Stille. Nur Natur.

Für uns ist der Nationalpark Calanques ein Ort des Staunens und der Freiheit. Vielleicht auch, weil man sich dort ganz klein fühlt – und gleichzeitig unendlich lebendig.

Ein Tag in den Calanques ist wie ein Geschenk, das man nicht vergisst: salzig auf der Haut, warm auf der Seele, weit im Herzen.


Rousillion

das Dorf in Ocker getaucht

Eingebettet in die sanften Hügel des Luberon leuchtet Roussillon in warmen Rottönen, als hätte die Sonne selbst den Pinsel geführt. Die Häuser aus ockerfarbenem Stein, enge Gassen und weite Blicke über die Provence machen diesen Ort zu einem echten Lieblingsplatz.

Besonders eindrucksvoll ist das Ockermassiv direkt am Dorfrand – eine leuchtende Felsenlandschaft aus tiefrotem, orangefarbenem und goldenem Gestein, die fast surreal wirkt. Auf dem Sentier des Ocres, dem Ockerpfad, kann man zwischen den alten Steinbrüchen spazieren, barfuß im warmen Sand stehen und sich vorstellen, wie hier einst das natürliche Farbpigment abgebaut wurde. Der Wind trägt den Duft von Pinien und Erde, und bei jedem Schritt verändert sich das Licht. Es ist ein Ort, der die Sinne weckt – und den man nie ganz vergisst.


Abbaye Notre-Dame de Sénanque

stille Schönheit in Lavendel

Versteckt in einem abgeschiedenen Tal nahe Gordes liegt die Abtei von Sénanque – ein Ort der Ruhe, wie aus der Zeit gefallen. Seit dem 12. Jahrhundert beten hier Zisterziensermönche, umgeben von Lavendelfeldern, deren Blüte die steinernen Mauern im Sommer in ein sanftes Violett taucht.

Die klare, schlichte Architektur der romanischen Abtei strahlt eine stille Erhabenheit aus. Wenn man durch das alte Gemäuer geht, hört man fast nur den Wind, vielleicht einen leisen Schritt auf Stein. Kein Prunk, keine Eile – nur Licht, Stille und Geschichte.

Sénanque ist mehr als ein Fotomotiv. Es ist ein Ort zum Innehalten, ein Platz, der berührt – vielleicht gerade deshalb, weil er sich nicht in den Vordergrund drängt. Wer hier steht, spürt, wie wenig es braucht, um ganz bei sich zu sein.

Hinweis: Die Lavendelblüte wird zum Zeitpunkt unserer Hochzeit bereits vorbei sein.